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Könige von Deutschland II - a genuine Story


Nach ihrem sensationellen German First 25er HC Clear im Herz der Angst haben wir uns mit den Jungs von genuine über den Progress unterhalten. Geantwortet haben für euch Estarra (Gildenleiter/Schattenpriester), Xsara (Feral Druide), Laserangry (Gleichgewicht Druide), Phurion (Blut Todesritter) und Vlesk (Vergelter Paladin). Genuine haben natürlich auch eine Homepage, Facebook, Twitter und Youtube!

Eine Frage sofort zu Beginn: Wie fühlt ihr euch als eine der besten internationalen Gilden und besten deutschen Gilde in dieser Instanz?

Estarra: Darin bestätigt, dass wir einen extrem guten Kern an Spielern haben! Der deutsche Vergleich bedeutet mir persönlich fast gar nichts, über gewisse Animositäten hinaus zumindest. It's all about World Rankings und da haben wir immer noch Luft nach oben.

Xsara: Natürlich ist das ein Top Gefühl. Wir hatten gerade im HoF-Progress eine Verschwörung der Provider-Götter zu überleben und waren teilweise stark beeinträchtigt. Umso befriedigender ist es, dass sich die Vorbereitungen und der Zeitaufwand gelohnt haben und wir absolut konstant durch die Instanz gekommen sind.

Phurion: Es ist ein gutes Gefühl nach all der harten Arbeit und trotz den Rückschlägen, die wir vor und während des Progress verkraften mussten, auf dem Platz zu stehen und zu wissen, dass noch mehr möglich ist.

Letztes Mal lief es ja nicht ganz so rund, dieses Mal habt ihr direkt zwei Plätze besser abgeschnitten als die direkte Konkurrenz in der letzten Instanz. Wie habt ihr das geschafft?

Estarra: Wir haben Will of the Emperor einfach abgrundtief schlecht gespielt, sowohl was die Vorbereitung angeht als auch unsere taktische Entwicklung während des Progress. Bis dato waren wir zumindest auf German First Kurs. Shek'zeer dagegen war tendenziell wesentlich besser auf unsere Stärken zugeschnitten, da wir nicht auf bestimmte Klassen angewiesen waren und stattdessen in Kollektivarbeit an einer funktionierenden Taktik arbeiten konnten.

Xsara: Wir haben gerade bei dem Will of the Emperor Encounter einen kleinen aber letztendlich entscheidenden Fehler in der Taktik übersehen, der die CC-Strategie zum Lotto-Spiel werden ließ. Dies kostete uns erheblich Zeit. Der Gilden-Bus zum Magier lynchen war quasi schon gemietet als wir merkten, woran es eigentlich lag. In HoF haben wir daraus gelernt und sind einfach flawless durchgekommen. Insbesondere hat sich auch ausgezahlt, dass wir bei Zor'lok auch im Pre-Nerf Status 100% am Ball geblieben sind.

Laserangry: Ich würde es einfach so formulieren: Wir haben endlich mal das getan, was wir beweisen müssen, um richtig vorne mitzuspielen. Wenn es hart auf hart kommt, einfach mal den Schlussstrich bei einem Boss ziehen. Pullen, konzentrieren, die letzten paar Prozente noch ein wenig schreien, looten.

Uns wurde gesagt, dass euer Kader momentan recht schmal aufgestellt ist. Wie konntet ihr dennoch auf so einem hohen Niveau Ergebnisse abliefern?

Estarra: Unser Kern ist einfach extrem spielstark und extrem loyal zur Gilde. Wir waren zeitlich limitiert, da wir darauf angewiesen waren, dass möglichst alle anwesend sein mussten. Während wir teilweise erst abends angefangen haben zu raiden oder an anderen Tagen früh aufgehört haben, um die Leute psychisch nicht auszubrennen, so haben wir die Zeit anscheinend effizienter genutzt als die meisten anderen Gilden. Darüber hinaus haben wir zumindest versucht, nachts verstärkt zu raiden um auszugleichen, was uns tagsüber jeden Tag verloren gegangen ist.

Xsara: Wir haben einen Kern, der einfach Lust hat auf Raiden und Erfolg. Teilweise opfern die Leute extrem viel, sei es Schlaf oder Urlaub oder Beides um so etwas möglich zu machen. In HoF hatten wir teils nur 27 Member mit I-Net, aber auf diese Leute war eben 100% Verlass. Wir brauchen von der Leitung keinen großen Druck ausüben, weil jeder eh das bringt, was in seiner Macht steht.

Laserangry: Ich denke, dass liegt an unserem inneren Antrieb. Unser Kader ist momentan nicht groß, aber die Gilde steht als Gilde da. Wir sind eine Gemeinschaft, die sich selbst als Ganzes motiviert und jeder für jeden beißt.

Euer Kader scheint ja dennoch äußerst spielstark zu sein. Was für Anforderungen und Ansprüche werden an jemanden gestellt der sich nach eurem World 6th bei euch bewerben möchte?

Estarra: Wir erwarten grundsätzlich zwei Dinge - spielerisches Können, logisch, und totale Hingabe während der Progresszeiten. Wir haben genug Spieler, die auch während dieser einen Woche arbeiten mussten und trotzdem bis zur totalen Aufopferung gepowert haben. Darüber hinaus ist uns die soziale Kompetenz jedes Einzelnen extrem wichtig. Wer sich für aufgrund von WoW für etwas Besseres hält und der Meinung ist, dass es akzeptabel ist, andere Spieler deshalb von oben herab zu behandeln, ist bei uns definitiv falsch aufgehoben.

Laserangry: Es gelten die selben Kriterien, wie bei jeder anderen stark progressorientierten Gilde. Gutes Spielen, Kritikfähigkeit, Interesse daran, ungenerften Encountern zu bezwingen und natürlich den Mut, sein Können mal unter Beweis zu stellen. Über sich selbst hinauszuwachsen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Noch kein Spieler spielt gut genug, um nicht nochmal 10% drauflegen zu können. Viel Zeit in einer kurzen Zeitspanne ist natürlich genauso relevant. Außerdem legen wir wert auf den Einzelnen. Wer menschlich nicht zu uns passt, hat leider schlechte Karten.

Phurion: Gefordert wird vor allem die totale Dedication zum Progressraiden, denn wem es keinen Spaß macht 14h+ am Tag zu raiden, für den ist das Progressraiden nichts. Des weiteren sollte man natürlich in der Lage sein seine Klasse auf einem Weltklasse Niveau, sowie Twinks auf gutem Niveau, zu spielen.

Könnt ihr beschreiben was ihr auf den letzten paar Millionen HP gefühlt habt, als der Kill unvermeidbar schien und der Boss dann endlich fiel?

Estarra: Hmmm, also eigentlich war ich etwas müde und benommen, da ich kurz vorher erst aufgestanden war. Musste die Nacht durcharbeiten, weil ich was dringendes für die Uni erledigen musste und war eigentlich noch gar nicht richtig bei der Sache.Auf einmal lief alles wie am Schnürchen und das Gefühl sickerte langsam ein, einen wirklich guten Kill zu landen und die Schmach von Mogu'shan vergessen zu lassen. Erleichterung, unbändige Freude, Nerdscreams, einfach das volle Programm!

Xsara: Es war der erste Try des Abends. Wir hatten unsere Leute nochmal darauf hingewiesen, dass wir absolut positiven Druck haben, das wir die Möglichkeit haben, uns selbst für die sehr aufwendigen Vorbereitungen und Twinkereien hier zu belohnen. Der Try selbst war so extrem sauber gespielt, dass ich persönlich recht früh wusste, dass er es werden würde. Die letzten % und der Kill selbst ist im Endeffekt das, warum wir soviel Zeit investieren. Das Gefühl ist unbeschreiblich als Team so was zu schaffen. Das ist die Nahrung für jede Raid-Gilde. Ohne dieses Feeling wäre der Aufwand nichts Wert.

Laserangry: Ich denke für alle war es eine Bestätigung. Die Arbeit hat sich bezahlt gemacht und jeder wusste, da kann nichts mehr schief gehen. Außerdem fanden es wohl alle erstaunlich, dass der Boss direkt im ersten Try des Abends umfiel. Ich glaub die meisten hatten sich auf einen langen Raidabend vorbereitet. Ich für meinen Teil habe erst mal tief durchgeatmet und mit Gathic im Takt geklatscht :>

Wie kam der Kill schlussendlich zustande? War es ein langsames verbessern von Try zu Try, habt ihr am Schluss nur noch auf den einen Try gewartet oder war es ein Kill von der Sorte bei dem plötzlich jeder über sich heraus wuchs?

Estarra: Nachdem der Boss eine ganze Weile komplett unkillable aussah, haben wir schlussendlich zu einer funktionierenden Taktik für die Transition-Phase gefunden und von da an ging es sehr schnell. So herausfordernd wie der Boss auch ist in Terms of pure Damage Output, so reproduzierbar war aber auch der Fortschritt. Der individuelle Failfaktor war verhältnismäßig gering und letztlich gipfelte alles darin, dass wir Montag Abend frühzeitig aufgehört haben, in dem Wissen, dass zumindest alle deutschen Gilden den Boss an diesem Abend nicht mehr legen würden, um Schlaf zu sammeln und die Arbeitenden noch einmal verschnaufen zu lassen. Wir waren bereit, noch einmal alles zu geben am Dienstag bis tief in die Puppen, jedoch fiel er bereits im ersten Try.

Phurion: Am Anfang sah es bei dem Boss ziemlich aussichtslos aus, da der Boss zu der Sorte, bei der man nicht so viel aus dem Dungeon Journal planen kann, nach dem Motto "Many Adds, handle it", zählt.
Nach ca. 20 Stunden an dem Boss haben wir dann endlich eine passende Taktik für die zweite Phase herausgefunden.
Von dem Punkt an war es dann eine konstante Verbesserung und Optimierung der Taktik.
Am Ende war es dann eine wirklich sichere Taktik, bei der nur noch Melees durch Fixate Melee Hits oder Sonic Blades gestorben sind, wenn nichts schief gegangen ist.
Am Montag Abend hatten wir dann einen Enrage Wipe bei 10%, nachdem wir vorher insgesamt ca. 5 Wipes in der letzten Phase hatten.
Von da an Stand auch die Taktik für die letzte Phase bis ins Detail und wir haben ihn am Dienstag im ersten Try des Abends souverän umgehauen.

Vlesk: Ein bisschen von beidem, denke ich. Anfangs bereitete uns die Addphase einige Schwierigkeiten. Nachdem wir die für uns perfekte Taktik gefunden hatten fehlte quasi nur noch etwas Feinschliff, sowie das Knacken des Berserktimers. Der Kill selbst kam dann aber doch etwas unerwartet zu Stande. Es war der erste Try des Abends. Nach dem Schwingen einiger kleiner Motivationsreden war jeder konzentriert bei der Sache, was uns einen perfekten Übergang und damit einen unglaublich soliden Kill bescherte.

Wie sah euer Tagesablauf während dem Progress aus?

Estarra: Nachdem wir am Donnerstag bereits festgestellt haben, dass tagsüber raiden für uns nicht machbar ist, war das ganze einfach relativ entspannt. Morgens aufstehen und den Verpflichtungen nachkommen, sprich Uni/Arbeit/whatever und dann raiden ab 18uhr bis spätestens 2uhr nachts. Rinse and Repeat.

Laserangry: Wie bei jeder anderen Gilde, die zusammen etwas erreichen will wohl auch. Die, die können, verschlafen so lange wie möglich, die anderen erfinden skurrile Ausreden um ihrem Chef klarzumachen, warum plötzliche Handverstauchungen oder Grippen das Arbeiten von Mittwoch bis Freitag einfach unmöglich machen. Es wird am frühen Vormittag ( Mittwoch ) angefangen, mit jeweils ein bis zwei kleineren, und einer langen Pause von einer Stunde zum Essen, duschen und durchatmen. In der längeren Pause wird meist viel zusammen diskutiert was besser gemacht werden kann, und wo man etwas ändern müsste. Das Wochenende wird bis zur letzten Minute ausgenutzt. So früh wie möglich anfangen, und am besten noch 5 Minuten länger Raiden. Trotzdem legt die Gildenleitung viel Wert auf konzentrierte Spieler, wodurch wir oft früher aufhören als andere Gilden. Unsere Mentalität hierbei : Der Körper holt sich seinen Schlaf. Deshalb lieber ein bis zwei Stunden mehr schlafen, dafür keine 3-4 Stunden Tryzeit zu verlieren, weil die Spieler müde sind.

Vlesk: Für die ersten 3 Tage hatten sich die Leute Urlaub genommen. Gegen 12:30 Uhr traf man sich im Teamspeak und gegen 13:00 ging’s los. Es gab eine größere Pause von 45 Minuten und mehrere kleinere Pausen. Grundsätzlich wurde immer konzentriert bis 02:00 Uhr durchgezogen.
Diesen Montag haben wir um 18:00 angefangen und nach ungefähr 40 Minuten wieder aufgehört - Content clear.

Allgemein gesprochen: Seid ihr glücklich mit diesem Teil des T14-Progresses?

Xsara: Der erste Boss ist immer noch an der falschen Stelle. Dafür sind Bosse 2-4 zwar von den Mechaniken her interessant, aber vom Schwierigkeitsgrad her enttäuschend. Wir hatten für Garalon z.B. quasi eine Rogue Armee equippt, weil wir hier erhebliche Schwierigkeiten sahen im Vorfeld. Im Nachhinein muss man allerdings sagen, das der Boss ein Witz ist. Ich glaube der lag im 3. Try als wir noch netmal irgendwie groß in taktische Feinheiten eingestiegen waren. Dafür entlohnt der Endboss. Hier gehen so viele entscheidende Kleinigkeiten in die Taktik ein, das Entwickeln einer killfähigen Strategie vom ersten Pull bis zum Kill war absolut einzigartig und befriedigend.

Laserangry: Er war okay. Der erste und der letzte Boss waren definitiv knackig, der mittlere Teil hat eher enttäuscht. Am meisten hat mich Windlord Mel'jarak enttäuscht. Von diesem Boss bin ich ausgegangen, das er der schwierigste Boss bis zur Empress wird. Den ersten hätte ich lieber schon in seiner zweiten Form besiegt, als erst in seiner Dritten. Die erste war einfach nur ein schlechter Scherz.

Vlesk: Ja und nein. Die Bosse zwischen Zor’lok und dem Amber-Shaper waren einfach zu leicht. Darüber kann man aber hinwegsehen, wenn man dann vorm letzten Boss der Instanz steht, welcher nicht nur vernünftig designed, sondern auch gut getuned wurde.

Welcher war der schwerste Boss in der Instanz? Welcher hat am meisten Spaß gemacht?

Estarra: Am schwersten war zweifelsohne der ungenerfte Imperial Vizier Zor'Lok (gleichzeitig auch der Boss,der mit seinen ganzen Randomfaktoren am wenigsten Spaß gemacht hat). Nach Nerf 1 und 2 war Grand Empress Shek'zeer sicherlich der schwerste und auch mit Abstand der spaßigste. Zugegeben, während wir einfach auf Teufel komm raus gegen die Wand gerannt sind und keiner eine funktionierenden Einfall hatte, war das ganze weniger lustig. Die letzten beiden Tage waren aber überaus cool und stehen stellvertretend dafür, was WoW so ungemein cool macht. Mit sympathischen und smarten Leuten zusammenarbeiten und gemeinsam alles dafür unternehmen, einen auf den ersten Blick unlegbaren Boss zu legen.

Laserangry: Zorlok in seiner ersten Version war sicherlich der Schwerste, aber in seiner Dritten Version war er nur ein schlechtes Abbild seiner selbst. Der Endboss als gesamtes gewinnt dadurch natürlich mit Abstand das Rennen. Müsste ich die Empress einordnen würde ich sie ca. auf die Höhe von Cho'gall heroisch prenerf setzen. Dadurch war er auch für mich der Spaßigste.

Vlesk: Die ungenerfte Version von Zor'lok war ziemlich anspruchsvoll. Nach seinem Nerf fällt die Wahl wohl auf Grand Empress Shek’zeer. Shek'zeer war für mich auch der unterhaltsamste Encounter, da jeder seinen Kopf benutzt hat, welcher sonst nur als Headsethalter fungierte und wir dadurch schlussendlich eine vernünftige Taktik entwickeln konnten. Das hat diesen Bosskampf für uns auf jeden Fall zu einem Besonderen gemacht.

Sind die Bosse eher taktisch anspruchsvoll oder eher mit individuellem Spielerskill zu legen?

Estarra: Der erste Boss war völlig abhängig von individuellem Playerskill, der Endboss relativ ausgewogen, da man sowohl eine von Grund auf funktionierende Taktik erarbeiten musste für jede einzelne Phase, zugleich aber ragnarosähnlich sich 15 Minuten vollends konzentrieren musste. Die Mittelbosse waren durch die Bank so unwichtig und einfach, dass es kaum eine Rolle gespielt hat. Wind Lord und Ambershaper sind aber auch eindeutig eher eine Frage von individuellem Skill gewesen (bzw. hätten es sein sollen/müssen).

Laserangry: Der erste ist sicherlich eher vom eigenen Spielerskill abhängig. Man muss sich die wichtigen Phasen des Kampfes bewusst machen, und dann heißt es : Every man for himself. Empress ist ein Boss der von beidem abhängt. Ein gelungener Mix aus Mechanikverständis und dabei auch den nötigen Schaden und Heilung abzuliefern sind ein wichtiger Indikator für den Enragetimer.

Vlesk: Der entscheidende Faktor bei Zor’lok ist meiner Meinung nach individueller Spielerskill, während bei Grand Empress Shek'zeer eine gute Taktik ausschlaggebend ist. Der Amber-Shaper vereint, wenn man ihn wie vorhergesehen spielt, beides. Bei allen anderen Bossen wäre die Frage wohl mit „weder noch“ zu beantworten.

Wie sieht die Twinksituation aus, muss man stacken wie in DS (insbesondere Spine)?

Estarra: Der größte Nutzen von Twinks im aktuellen Content war eigentlich der vermehrte Loot für Mains durch vielfache nhc-Raids. Mit Ausnahme von Garalon, wo wir Combatrogues gestackt haben(was die DPS Requirements noch nicht einmal erforderlich gemacht haben) haben wir nirgends Klassen gestackt. Der einzige Spieler der viele verschiedene Chars und Speccs gespielt hat, war ich selber und das lag größtenteils an der Abwesenheit unseres Warlocks. Meine persönliche Firstkillliste sieht kurioserweise wie folgt aus: Boss1,2 AffliLock Boss3 Rogue Boss4 DemoLock 5 ShadowPriest 6 DiscPriest. Darüber hinaus ist es Blizzard wirklich sehr gut gelungen, dass "Bring the Player not the Class" als Konzept valide war.

Xsara: Überraschender- und glücklicherweise nicht. Wir haben die komplette Instanz mit einem ausgeglichenen Setup gelegt. Auch Melees sind generell nützlicher als es auf der Beta den Anschein hatte.

Phurion: Naja stacken ist im ersten Content eines AddOns nur in geringerem Ausmaß möglich. Man muss sich im voraus schon entscheiden, welche Twinks man gezielt equippen möchte.
Dadurch kommt es nur bei wenigen Bossen in Frage zu stacken, gerade bei Garalon und Wind Lord wäre es interessant geworden, jedoch war es dort nicht nötig, da die Bosse einfach so umgefallen sind.

Was war der seltsamste/komischste Moment im Raid?

Estarra: Eindeutig diese seltsam entrüstete Gefühl, innerhalb von ein paar Stunden, 3 Bosse im Hard Mode Race umzuhauen. Hard Modes zu twoshotten ist wirklich traurig und extrem schade, die Bosse waren eigentlich echt interessant.

Xsara: Der komischste Moment war sicherlich Gronec's Glück, der komplett den Endboss mitgeprogressed hatte und am Killtag etwas verspätet da war. Als er kam hatte er genau 1 Try verpasst. Das war der Killtry. Jeder muss halt Opfer bringen, und in Zukunft werden wir ihn einfach rausnehmen, wenn wir mal wieder Bock auf einen Bosskill haben.

Laserangry: Der plötzlich eintretende Schlaf einer Eule, bis zu einer die nicht mehr aufwachte.

Vlesk: Man war beim ersten Boss gezwungen zu wipen, wenn dieser beim Pull auf die linke Plattform geflogen ist. Dadurch hatte Zor’lok ziemlich schnell einen merkwürdigen „Status“ in der Raidszene erlangt. Als unsere Eule Laserangry dann „I don’t always turn right, but when i do – i don’t.“ auf die Twitterpage des Bosses schrieb und das Ganze gefühlte 5 Minuten später von Ghostcrawler weitergetwittert wurde, war das Lachen natürlich ziemlich groß.

Was war der größte Aufreger im Raid?

Estarra: Phurions wiederholte Emorageanfälle beim Progressen des 1. Bosses. "Fucking random shit is random!" Epic:>

Laserangry: Ich kann mich an keinen wirklichen erinnern.

Vlesk: Wirklich große Aufreger gab es eigentlich nie. Ab und zu wurden Leute zornig, wenn jemand im TS gegähnt hat, oder das kleinste Geräusch meiner Tastatur zu hören war, obwohl deren Soundpegel nun wirklich moderat ist (Beweis: Youtube).
Ach und "Fuckin' Random Shit is Random!!!" natürlich :>

Habt ihr sonstige interessante Geschichten rund um den Progress?

Estarra: Nicht wirklich. Anscheinend sind funktionierendes Internet und schlafende Eulen ernstzunehmende Probleme in Deutschland :>

Xsara: Mir fällt da eine stundenlange Taktik-Diskussion bei Zor'lok ein, als irwer einen Screenshot einer anderen Gilde gepostet hatte und man versucht hat auf Grund der Lage der Skelette Schlüsse zu ziehen. War ziemlich amüsant auf was für Ideen wir da gekommen sind. Ansonsten die Abomination-Beherrschung des halben Raids in den ersten Tries! Da wurde Damage gepusht, leider auf die falschen ;>

Laserangry: Vielleicht unsere Twittergeschichten um Zorlok? In einigen von uns steckt so viel Unsinn, da könnte man eine Gildenbiographie draus machen.

Vlesk: Minecraft ist das perfekte Spiel für die Wartezeiten zwischen den Tries. Wer mich in Klotzington besuchen will, ist hiermit herzlich eingeladen!

Gefällt euch die Schwierigkeit der Instanz? Im Vergleich zu MV? Was erwartet ihr von Terasse?

Estarra: Die Mittelbosse 2,3,4 sind enttäuschend einfach.Das schmälert die Instanz ungemein. 1 und 6 waren für mich echte Highlights und haben viel Spaß gemacht. Ambershaper hatte das Potential, ein cooler Boss zu sein, Combustion hat das Ganze leider ins Lächerliche gezogen.

Phurion: Wenn die Schwierigkeit nach dem ersten Boss linear leicht angestiegen wäre, dann wäre die Instanz vermutlich in der ersten ID nicht gecleart worden.
Das kombiniert mit dem Release von Terrace Heroic gerade mal 2 IDs später bringt die allgemeine Schwierigkeit der Instanz auf ein akzeptables Level, denn immerhin hat der Endboss nicht enttäuscht.

Für Terrace, besser gesagt den Sha of Fear, erhoffe ich mir einen neuen Meilenstein in der Raidgeschichte.
Ich hoffe, dass der Boss in der Heroic only Phase nicht enttäuschen wird, nachdem doch der Rest des Contents so darauf hochspielt.

Vlesk: Heart of Fear beinhaltet den besseren finalen Encounter. Dafür ist das Gesamtpaket in den Mogu’shan Vaults besser.
Objektiv betrachtet war für mich MV der bessere Raid. Logischerweise tendiere ich aber eher zu der Instanz in der wir besser abgeschnitten haben :P

Welche Klassen sind eurer Meinung am stärksten im Moment?

Estarra: Warrior, Rogue, Warlock, Discpriest. Melees sind wie immer etwas unterrepräsentiert, aber extrem krasse Melees können gleichzeitig übelst carrien. Warriors bringen das Rundumpaket aus DPS und Utility, Rogue Maxdps und absolute Unverwundbarkeit, Warlock den passenden Specc und die entsprechende DPS für jeden Boss und beim Disc Priest ist Spirit Shell einfach viel zu mächtig für nen 1-Minuten-CD.

Xsara: Ich persönlich präferiere immer noch Klassen die Utility bringen.
Logischerweise Druiden, aber auch Krieger und Palas sind bei mir immer gern gesehen. Die Möglichkeiten, die man dort teilweise gewinnt sind erheblich. Gut gespielte Palas sind im Zweifel meine Favoriten. Das Arsenal an Möglichkeiten ist einfach unglaublich.

Laserangry: Healer: Diszi. Was diese Klasse im Progress an potentiellen Schaden herausnimmt, ist einfach nur lachhaft. Range-DD : Warlock. Er hat für jeden Boss den passenden Specc. Obwohl mich Mages mit Combustion auch wieder zum Weinen bringen. Melee: Definitiv Rogue aka die unverwundbare Autohitmachine des Todes. Trotzdem sehe ich auch Paladine mit dem Talent "Clemency" und Druiden-DDs durch "Symbiosis" als sehr stark an.

Lasst uns einen Moment über Zor'lok reden. Frei von der Leber weg - was habt ihr über ihn zu sagen?

Estarra: Erm, LEFT LEFT LEFT? Alternativ aus der ungenerften Version - Many Discs-handle it!

Xsara: "Mass-Rezz ready?". Bester Hotfix aller Zeiten, dass er nicht mehr nach links fliegt. Nerviger ging's kaum noch.

Laserangry: I don't always fly to the right platform, but when I do I don't.

Phurion: Ein Boss, der in die Geschichte eingehen wird. Desweiteren ein sehr gut getunter Boss, außer er fliegt nach links.
Schade, dass er so schnell generfed wurde.

Vlesk: Der Bosskampf spielt sich in seiner jetzigen Version ziemlich gut und macht Spaß. Wie vorhin erwähnt, gab es in diesem Kampf jedoch einen unglaublich nervigen Zufallsfaktor, welcher gefühlte 80% aller Pulls in einem direkten Wipe enden ließ.
Turning left like a Nascar Race.

Was haltet ihr allgemein von MoP? Das beste und das schlechteste der Erweiterung?

Estarra: Das Beste: Anspruchsvolle Bosse, das Niveau wird einfach immer immer höher und das macht wirklich Spaß. Abgrundtief depressiv und borderline suicidal machen mich Dailies, insbesondere dieser uns wohl auf ewig begleitende Zusammenhang von Ruf->Valor-Upgrades und Coins-Bonusrolls.

Xsara: Mich interessieren in WoW eh nur die Raids. Die finde ich insgesamt sehr gelungen, das Tuning leider teils etwas verplant. Das Schlimmste sind die Dailies. Gott weiß, wer sich das ausgedacht hat. Meiner Meinung nach der Leute-Abfuck-Designer, der schon im Suppression-Room in BWL am Werk war.

Laserangry: Die Beste. Mit Abstand. Aber ich habe auch nicht das Problem mit Dailies wie andere. Wenn ich keine Lust am Tag drauf hab, mache ich sie einfach nicht.

Seid ihr gut vorbereitet und gelaunt für den letzten verbleibenden Raid?

Estarra: Nach unserem extrem vielversprechenden Abschneiden in HoF sind wir natürlich extrem gut gelaunt und entsprechend motiviert, unseren Platz an der Sonne zu verteidigen. Gut vorbereitet sind wir nicht zwingend, aber unsere große Stärke war Betaraiden leider eh noch nie. Ich vertraue vollkommen auf unser funktionierendes Kollektiv und die Motivation und Dedication, die daraus entspringen, dass sich eine ganze Gilde versteht und respektiert.

Xsara: Beides! Gute Laune haben wir immer! Auch wenn Zor'lok stundenlang nach links fliegt.

Laserangry: Ich denke gut gelaunt sind wir auf jeden Fall. Es gilt das jetzt erarbeitet nicht aus den Augen zu verlieren um zu zeigen, dass man mit zu rechnen hat, wenn man um World-, EU- und Germanfirst kämpft. Ich denke die Encounter werden außerhalb vom Sha der Angst alle im Bereich des machbaren sein, Lei Shi stirbt sicherlich vor Mittwoch Abend auf US-Seite. Wir sind auch gut vorbereitet, und allzeit bereit, die Leistung zu bestätigen und zu verbessern.

Wie würdet ihr Herz der Angst im Vergleich mit allen vergangenen Raids einstufen?

Estarra: Im Mittelfeld; starke Bosse 2,3,4 hätten HoF zu einer wirklich herausragend guten Instanz machen können. Sunwell, Ulduar bleiben die ungekrönten Könige. Ganz unten wird auf ewig TotGC und Naxx Reloaded bleiben.

Phurion: Viele neue und innovative Mechaniken und ein komplett neuer Style, getrübt lediglich durch die etwas schwächelnden Mittelbosse, würde ich Heart of Fear im oberen Mittelfeld aller Raids einordnen.

Vlesk: Es ist schwer für so einen kurzen Raid einen Vergleich zu finden, was nicht zwingend heißen mag, dass Heart of Fear schlecht war.
Ulduar ist nach wie vor ungeschlagen. Alle anderen Raids die seit der WotLK-Erweitung erschienen sind, hatten ihre positiven und negativen Aspekte.
Für mich ist jeder Raid, der mich nicht an T11 erinnert, ein guter Raid.

Wir haben jetzt zwei Raid-Könige in Deutschland - Why Me und euch. Hand aufs Herz: Werden wir einen dritten König sehen oder einen Kaiser? Wer wird Kaiser, wenn?

Estarra: Es wird ein knappes Rennen. Sowohl Why Me als auch wir haben eine Instanz als Sieger abgeschlossen, aber Pulse hat sich durch die Bank respektabel verkauft. Es wird ein knappes Rennen zwischen diesen 3 Gilden werden. Keiner kennt die letzte Phase vom Sha und ich hoffe einfach, dass wir einen Progress über mehr als eine ID erleben werden. Ich denke, dass ein längerer Progress nicht zu unserem Vorteil sein wird, hoffe aber, dass wir es trotzdem schaffen werden, uns durchzusetzen.

Laserangry: Interessante Frage. Ich will nicht zu hoch greifen, aber ich denke Pulse und wir werden werden wahrscheinlich den Boss relativ Zeitgleich töten. Wer weniger Ausfälle hat - durch den neuen Release von Terasse war die Urlaubsplanung mancher sicherlich nicht die einfachste - wird's wohl machen. Why Me kann ich nur schwer einschätzen, da HoF sicherlich mehr Probleme bereitet hat als sie erwartet hatten. Ich bin nicht gut informiert, warum das so ist, aber wenn Gear ein Faktor wird beim Sha der Angst, vermute ich dass dies sich durch den verpassten HC-Loot des Endbosses zu ihrem Nachteil hinauslaufen wird. Trotzdem wünsche ich mir ein spannendes Rennen zwischen den deutschen Gilden, wobei es auch gut wäre wenn sich die deutschen Gilden als Gesamtheit wieder mehr in der Progressspitze etablieren. Genau das ist unser Ziel. Good Luck an alle und vor allem: Fair Play für die nächste Woche!

Vlesk: Alles ist möglich. Die Leute von Pulse haben bis jetzt eine solide Leistung abgeliefert und sind nach wie vor "der gefährlichste Gegner". Ich gehe davon aus, dass auch Why Me noch einmal den Weg ins Rennen zurückfinden wird. Es wird mit ziemlicher Sicherheit spannend werden, da wohl jede Gilde mit dem German First aus der Terrasse marschieren wollen.
"Auf der anderen Straßenseite werden die Enten gezählt..." :>



  1. Vleskhausner's avatar
    Vleskhausner 2012-11-20 18:15:08 UTC — 4 an der Zahl. 2 davon zählen mitunter zum "angesprochenen Core", welcher sich aber aus viel mehr Leuten zusammensetzt.
  2. Velox's avatar
    Velox 2012-11-20 18:01:18 UTC — mal so eine frage wie viele leute von inRage sind noch in der Gilde? bilden sie den angesprochenen Core aus Spieler??
  3. Vleskhausner's avatar
    Vleskhausner 2012-11-20 14:51:16 UTC — Dass wäre dann ziemlich langweilig, da wir den Amber-Shaper exploitet haben ;)

    Hätten wir den Boss völlig legitim gelegt, hätte uns das vielleicht ein oder zwei Stunden gekostet und am Ausgang des Progressrace höchstwahrscheinlich nichts geändert.



    Ich möchte das Exploiten hier weder rechtfertigen noch gutheißen, aber mit dem tatsächlichen Ausgang des HoF-Progress hat es recht wenig zu tun und da werden mir die Jungs von Pulse sicher auch zustimmen.
  4. Kringou's avatar
    Kringou 2012-11-20 14:32:58 UTC — Ich würde ja gerne das Ambershaper HC Killvideo sehen ;)
  5. Vleskhausner's avatar
    Vleskhausner 2012-11-20 10:31:56 UTC — Man gewöhnt sich dran :D
  6. wurstkopf's avatar
    wurstkopf 2012-11-20 10:07:47 UTC — alter vlesk.. ich würd so einen anfall kriegen bei dem hp-sound :D
  7. Easy's avatar
    Easy 2012-11-20 07:12:47 UTC — Oh da hat wohl jemand den "Ernst des Lebens mit Löffeln gefressen".

    xD Bleib doch mal locker :)

    Du beurteilst das komplette Interview anhand einer Antwort.

    Und die Antwort ist aus meiner Sicht sogar legitim, da der gute Mann bereits viele Jahre erfolgreich Progress raidet.

  8. Symphonie's avatar
    Symphonie 2012-11-19 22:37:44 UTC — Sry, ich gönne es JEDER Gilde, wenn sie ganz vorne mitmischt, aber die Antworten in dem Interview oben stoßen mir schon wieder auf. "Der deutsche Vergleich bedeutet mir persönlich fast gar nichts"

    Das alles liest sich wie Starallüren. Leute klasse das Ihr das geschafft habt, klasse das ihr noch mehr wollt, aber das Dicke "Tun" gewöhnt Euch doch erst an, wenn Ihr ein paar Jahre so weit oben mitgemischt habt.